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Demo-Parties

Während Diskmags als das zentrale Medium der Demoszene angeshen werden können, gelten die sogenannten Demo-Parties als die wichtigsten Events dieser Subkultur. Inzwischen zu regelrechten Großveranstaltungen angewachsen, trifft sich hier die komplette Szene, pflegt die sozialen Kontakte untereinander und präsentiert sich gegenseitig die aktuellen Arbeiten. Dabei hat sich längst eine ausgeprägte Wettbewerbskultur entwickelt.


Entstanden ist die Kultur der Demo-Parties sicherlich aus dem Bedürfnis der Szenemitglieder, sich aneinander zu messen, die eigenen Leistungen zu zeigen und Informationen auszutauschen. Es sind in der Regel mehrtägige Veranstaltungen, zu denen sich die Szene trifft und eine Vielzahl von Wettbewerben (im Jargon Compos genannt) abhält. Diese Wettkämpfe sind nach verschiedneen Parametern, wie der jeweils verwendeten Plattform oder den unterschiedlichen „Restrictions“ (z.B. Speicherplatz etc.) aufgegliedert. Die Spannweite der einzelnen Disziplinen reicht von 1 KByte-, 4 KByte-, etc.-Compos bis hin zu 4-Kanal-Mod- oder Hand-Drawn-Wettbewerben. Zudem wird in der Regel klar zwischen den sogenannten Oldschool-Compos und dem restlichen Wettkampfgeschehen unterschieden. Zu reinen Demo-Wettbewerben kommen im Normalfall weitere Disziplinen hinzu, etwa Grafik-, Sound-, Musik- und Animation-Compos, oder auch Wettkämpfe, in denen es darum geht, in besonders kurzer Zeit etwa ein Spiel zu programmieren.

Natürlich sind die Parties auch eine hervorragende Möglichkeit, endlich einmal alle diejenigen persönlich kennen zu lernen, von denen man ansonsten nicht viel mehr als Name und eMail-Adresse weiß – sei es aus dem Abspann einer Demo oder aus einer Newsgroup. Dabei treffen Leute zusammen, die sonst nur über das Internet Kontakt halten oder bestenfalls miteinander telefonieren, jedoch auch Gruppen, die häufig über Ländergrenzen hinweg existieren und im Rahmen der Party ihre Arbeit gemeinsam präsentieren. Der virtuelle Raum wird greifbar, Namen bekommen Gesichter, man spricht miteinander, tauscht Wissen aus, neue Kontakte entstehen. Vielleicht wird ein talentierter Nachwuchs-Demo-Programmierer in eine renommierte Gruppe aufgenommen.



Inzwischen haben sich die größten dieser Parties zu Veranstaltungen mit teilweise über 4000 Besuchern entwickelt. Es handelt sich um regelrechte Events mit einer komplizierten Logistik. Allein der Raumbedarf solch einer Menschenmenge mitsamt Computern ist gewaltig. Im Falle der Party „The Assembly“ wird das Problem beispielsweise durch die Nutzung einer Eissporthalle gelöst. Auch die Energieversorgung für 4000 Computer stellt eine große Herausforderung dar. Als Illustration mag das Verbot eines Veranstalters dienen, eigene Miniöfen oder Mikrowellen mitzubringen. Das Stromnetz wäre angesichts solch zusätzlicher Endverbraucher hoffnungslos überlastet.

Für die Gewinner der Wettbewerbe geht es dabei nicht nur um den Ruhm. Oftmals winken auch von Sponsoren zur Verfügung gestellte Hard- und Softwarepreise. Es verwundert ohnehin nicht, dass die IT-Industrie die Nähe zur Demoszene sucht, lassen sich doch hier hochtalentierte Computerfreaks aufspüren. Eine perfekte Möglichkeit also, um Programmierer zu finden, die sowohl effektiv mit Ressourcen umzugehen, als auch die multimedialen Fähigkeiten der modernsten Gerätegenerationen auszuschöpfen verstehen. Auch im Spiele- und Animationsgeschäft sind die Fähigkeiten der Szenemitglieder längst gefragt, kommen doch in vielen Filmproduktionen aufwändige Animationstechniken zum Einsatz und ist sowieso kaum noch ein Game ohne dergleichen denkbar. Folglich kann es geschehen, dass man auf den Parties nicht nur auf die Szene trifft, sondern mitunter auch seinen zukünftigen Arbeitgeber.