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Wie im Prinzip bei allen Subkulturen spielten auch für die historischen Ursprünge der Demo-Szene handfeste materielle Faktoren eine große Rolle. Während Demos heute auf den nicht eingeweihten Betrachter eher wie ein rein ästhetisch-künstlerischer Selbstzweck wirken, wird häufig vergessen, dass diese Kultur einst als eigens geschaffene Dokumentationsplattform von erfolgreichen Crackern für ihre Tätigkeit entwickelt wurde.


Demos sind ursprünglich im Zusammenhang der sogenannten Warez-Szene entstanden. In dieser waren vor allem Programmierer zu finden, die gezielt die Kopierschutzmechanismen kommerzieller Software entfernten (cracken) und diese Raubkopien dann in Umlauf brachten. Ihre erste Blütezeit erlebte die Warez-Szene zu Beginn der Achtziger Jahre, als Computer wie der Commodore C64 den Markt eroberten und damit Home-PCs erstmals eine wirklich weite Verbreitung fanden. Eine Generation von zumeist Jugendlichen begann umgehend, mit spielerischem Eifer die Möglichkeiten der Geräte auszutesten. Die Software wurde getauscht, Sperrungen oder Beschränkungen, die von den Herstellern eingebaut worden waren, wurden beseitigt.


Bald entstand ein regelrechter Wettstreit darum, wer ein neues Programm als Erster cracken konnte. Um dabei die eigene Leistung in Szene zu setzen und für die Nachwelt zu dokumentieren, wurde es üblich, den gecrackten Programmen ein kurzes „Intro“ voranzusetzen. Diese Art Vorspann bestand anfangs noch aus einfachen Textanimationen und Grafiken. Hier hatte der Cracker dann Raum, um in einer kleinen Freestyle-Übung möglichst eindrucksvoll die eigenen Fähigkeiten zu illustrieren und Grüße an andere befreundete oder bekannte Cracker richten, um so selbst einen klangvollen Namen und den Respekt der Szene zu gewinnen. Im Laufe der Zeit wurden diese Intros immer aufwändiger, bis sie sich schließlich als gestalterischer Selbstzweck von der Warez-Szene loslösten. Mit dieser Ablösung spricht man dann auch erstmals von Demos. Viele sahen hier weitgehende Möglichkeiten, das eigene Können zu erweitern und kreativ umzusetzen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich dann - im Wesentlichen in Westeuropa – die Demo-Szene, als eine eigenständige internationale Subkultur. Außer gewissen stilistischen Ähnlichkeiten hat sie heute nicht mehr allzu viel mit der Warez-Szene gemein.