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Das Webseiten-Archiv von digitalcraft

Inzwischen hat digitalcraft damit begonnen, ausgewählte Webseiten aus der Webdesign-Collection auf dem eigenen Server zu archivieren. Das experimentelle Projekt im Bereich der Langzeitdatenspeicherung sichert die dauerhafte Verfügbarkeit der gesammelten Objekte und begibt sich damit auf kuratorisches Neuland.


Konzept und Vorgehensweise:
Nachdem digitalcraft den Aufbau einer Webdesign-Collection bereits seit dem Winter 2000/01 auf Basis einer Linksammlung vorangetrieben hat, beginnt im Sommer 2002 die zweite Phase des Archvierungsvorhabens: Ausgewählte Webseiten werden nun auf den Servern von digitalcraft gespeichert und damit in den Zustand einer dauerhaften Konservierung überführt.

Damit stellt sich digitalcraft am Museum für Angewabdte Kunst Frankfurt als eines der weltweit ersten Museumsprojekte der Herausforderung einer methodischen Archivierung zeitgenössischer digitaler Objekte. Gerade im Webdesign unterliegen die Artefakte in hohem Maß der Vergänglichkeit: Webseiten werden permanent upgedatet, erneuert, ergänzt, redesignt oder gar vom Netz genommen. Etablierte oder gar institutionalisierte Strategien, um die hieraus resultierenden Veränderungs- und Entwicklungsprozesse zu dokumentieren, existieren bislang nicht. Digitalcraft begreift daher die nun gewählte Vorgehensweise als experimentelles Projekt im Bereich der Langzeitdatenspeicherung. Dabei wird das Fernziel verfolgt, historisch übergeordnete Entwicklungen technologischer und ästhetisch-konzeptueller Natur im Webdesign aufzuzeigen. Der Aufbau einer serverbasiert verankerten Webdesign-Sammlung versteht sich darüber hinaus gleichermaßen als strategischer Impuls wie erster konkreter Beitrag zu einer ausstehenden Geschichtsschreibung in diesem noch jungen Metier.

In Kooperation mit den jeweiligen Webseiten-Betreibern setzt digitalcraft nun erste serverbasierte Archivierungslösungen um. Hierfür hat das Projekt sogenannte Description Formats entwickelt, also Parameter, die eine auf Dauerhaftigkeit ausgerichtete methodische Erfassung und umfassende Dokumentation digitaler Objekte gewährleisten. Die Description Formats wurden von vorliegenden internationaler Museumsstandards abgeleitet und dabei spezifisch für die Zwecke digitaler Objekte erweitert.

Die Auswahl der gesammelten Webdesign-Objekte wird dabei strikt nach qualitativen Kriterien vorgenommen. Ein spezialisiertes Expertenteam entscheidet anhand der Auswahlkategorien Navigation, Grafik, Animation und Interaktivität über die Aufnahme infragekommender Objekte in die Collection. Gestalterische Gesichtspunkte stehen bei dieser selektiven Sammlungsstrategie im Mittelpunkt. Damit unterscheidet sich die Vorgehensweise von digitalcraft erheblich von existierenden anderen Sammlungsbemühungen, die ausschließlich auf Basis quantitativer Maßstäbe archivieren.

Im Unterschied zum bisherigen linksammlungsorientierten Vorgehen werden in der serverbasierten Collection die Webseiten-Genres „Downloads“ und „Wettbewerbe“ (dort enthaltene Beiträge wurden nur aufgrund des jeweils angebotenen Contents in die Sammlung aufgenommen) sowie Online-Magazine (die in der Regel auf Basis einer Datenbank organisiert sind, und sich somit einer servergespeicherten Archivierung weitgehend entziehen) fehlen. Das serverbasierte Webseiten-Archiv von digitalcraft wird also nach den Genres „Agenturen“, „Designer“, „Filmbranche“, „Freie Projekte“, „Institutionen“, „Kinder“, Marken“, „Musikbranche“, „Spielplätze“ und „Werbung“ unterscheiden. Auf den Info-Sites zu den gesammelten Objekten, die weiterführende Informationen bereitstellen, werden wir weiterhin die Original-URL der in unsere serverbasierte Collection aufgenommenen Webseite angeben, um zu dokumentieren, ob und in welchem Maß sich die Page inzwischen verändert hat.