Management of meanings
Die digitalcraft - Sammlung
Sammeln & Archivieren
about digitalcraft - Projekt und Konzepte

digitalcraft ist ein virtuelles wie reales Archiv digitaler Kultur
digitalcraft archiviert PC-Games, Webdesign & Communities
digitalcraft ist ein Informationsportal für Experten und Surfer
digitalcraft konzipiert Ausstellungen und Symposien

Museen haben nicht nur die Aufgabe der Präsentation historischer Objekte, sondern erfüllen auch eine Funktion als Teil eines kulturellen Gedächtnisses. In der Informationsgesellschaft stehen sie daher im Hinblick auf die Kultur der Neuen Medien und des Internets vor ganz neuen Fragen: Wie lassen sich Objekte sammeln, die im Prinzip niemals den Status eines abgeschlossenen Werks erreichen? Nach welchen Kriterien entscheidet man über die kulturgeschichtliche Relevanz eines Objekts? Wie lassen sich digitale Objekte angesichts der rasanten Innovationsgeschwindigkeit von Soft- und Hardware dauerhaft aufbewahren?
digitalcraft hat sich den Herausforderungen des Aufbaus einer digitalen Sammlung gestellt und dabei verschiedene Lösungsansätze erprobt. Die drei Sammlungsbereiche umfassen derzeit eine Auswahl zeitgenössischen Webdesigns, Games & Emulatoren und eine historische Online-Community.

Games-Collection
Derzeit beschäftigen sich nur wenige Institutionen mit der methodischen Aufarbeitung von Geschichte und historischen Meilensteinen von PC-Games. digitalcraft hat in einem ersten Schritt eine Plattform aufgebaut, die zunächst in Form einer selektiven Linksammlung verstreut im Web vorliegende Informationen sowie Pages zu ROMs und Emulatoren zusammenträgt und kommentiert. Parallel zur Webpräsenz wurde ein Archiv ausgewählter Games erarbeitet, die vor Ort spielbar sind und in Kürze auch über digitalcraft.org zum Download angeboten werden.

Webdesign-Collection
Hier werden aktuelle Strömungen im Webdesign reflektiert, klassifiziert nach 13 Rubriken: Agenturen/Gruppen, Designer, Downloads. Filmbranche, freie Projekte, Institutionen, Kinder, Marken, Musikbranche, Projekte, Spielplätze, Werbung. Die Präsentation der Seiten wird von beschreibenden Dokumentationen und einer Bewertung unter ästhetischen und funktionalen Kriterien (Animation, Grafik, Interaktivität und Navigation) abgerundet. Jeder aufgenommene Link ist um eine Beschreibung ergänzt. Darin werden die Besonderheiten und Spezifizierungen der jeweiligen Page hervorgehoben und, wenn möglich, die Autoren genannt. Zusätzlich liegen Screenshots vor.

Collection Online-Communites
In Kooperation mit den damaligen Betreibern wurde die "Internationale Stadt Berlin" in unsere Sammlung aufgenommen. Zwischen 1995 und März 1998 war dies die erste deutsche Online-Community. Hierfür wurden die gesamten Daten des ehemaligen IS-Berlin Servers portiert und die Dokumente archiviert. Dieses Sammlungsprojekt soll als umfangreiche Studie vielfältige Themen um das Phänomen virtueller Gemeinschaften wissenschaftlich aufarbeiten: die Anfänge des WWW und die originäre Idee dahinter, Aspekte des Identitäts- und Kommunikationsverhaltens im virtuellen Raum, Aspekte demokratischer Strukturen im Web sowie des politischen und kulturellen Austauschs.



Neben der ausführlichen Online-Präsentation der Arbeit von digitalcraft auf der gleichnamigen Website bietet das Projekt vielfältige Anschluss- und Kooperationsmöglichkeiten für Interessierte. In unseren ComputerLabs wartet beispielsweise ein umfangreiches Angebot sowohl auf Einsteiger als auch auf Profis. Informelles Lernen in medienpädagogisch gezielt auf die Bedürfnisse der User zugeschnittenen Kursen wird dabei groß geschrieben. Spezielle Block-Workshops wie das in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Städelschule entstandene „Digital Craft STUDIO“ ergänzen das Programm, das von CD-Rom-Dokumentationen der einzelnen Kursangebote abgerundet wird. Darüber hinaus werden im Frühjahr 2002 ebenfalls im CD-Rom-Format sogenannte themengebundene Issues zu aktuellen Brennpunkten in der Webdesign-Szene erarbeitet und publiziert.
Doch digitalcraft bietet noch mehr: Im Mai eröffnete das Projekt im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt „I love you“, die beim Fachpublikum mit Spannung erwartete Ausstellung zum brisanten Thema Computerviren. “I love you” bietet eine Plattform für die konträren Auffassungen von Hackern und Vertretern der IT-Sicherheitsbranche. Die Ausstellung wird von zahlreichen Expertenvorträgen und einem Katalog flankiert.